
Wann hast du dich das letzte Mal neu erfunden?
Nicht ein bisschen verändert, sondern wirklich neu aufgestellt: mit neuen Träumen, neuen Ideen und einem neuen Blick auf dich selbst?
17 Jahre Selbstständigkeit haben mich gelehrt, dass ein kreatives Leben genau davon lebt. Von Veränderung, Mut, Umwegen und der Bereitschaft, immer wieder neu anzufangen.
Das sind meine wichtigsten Learnings für alle kreativen Menschen, die einen Neubeginn wagen:
- Such dir Menschen, die dich und deine Kreativität feiern
Als Kreative oder Künstlerin wirst du in deinem Umfeld nur selten Ermutigung, geschweige denn Applaus, für deinen Weg erhalten. Und das gilt oft ganz besonders für Menschen, die dir nahestehen: Familie, Freundinnen und Freunde.
Viele Menschen, die dich schon lange kennen, haben sich ein Bild von dir gemacht. Ein Bild, dem du ihrer Vorstellung nach am besten bis zu deinem Lebensende entsprechen solltest. Doch ein kreatives Leben kennt keinen Stillstand. Es bedeutet Entwicklung, Veränderung und Wachstum.
Hab keine Angst davor, andere zu enttäuschen. Hab keine Angst davor, dich und dein Leben immer wieder neu zu erfinden. Nur so bleiben du und deine Arbeit lebendig, wahrhaftig und ehrlich.
- Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst
Ich habe in meinem Leben immer wieder Mut bewiesen. Nicht, weil ich keine Angst hatte, sondern weil ich viele Ängste hatte. Früh habe ich erkannt: Wenn ich mich diesen Ängsten nicht stelle, werden sie mein Leben steuern. Also bin ich immer wieder mitten rein ins Leben gesprungen – trotz Unsicherheit, trotz Zweifel, trotz aller inneren Widerstände.
- Meine Träume erwecken mich zum Leben
Schon früh hab‘ ich erfahren, dass Träumer:innen keinen Platz in einer Welt haben, in der es um Wettbewerb, Skalierung und Profite geht. Damals habe ich beschlossen eine neue Welt zu erschaffen, eine gütigere, friedlichere und schönere Welt, als ich sie kannte. Ein Stück weit lebe ich schon heute in dieser Welt und weiß: meine Träume erwecken mich zum Leben.
- Ein kreatives Leben ist lebendig
In 17 Jahren Selbstständigkeit hat sich meine Arbeit ständig weiterentwickelt. Ich habe unzählige Kreativprojekte umgesetzt, Kooperationen gewagt, Interviews geführt, getextet, gemalt, fotografiert, Regie geführt und schließlich selbst gefilmt. Ich habe Kreativcoachings gehalten, Workshops gegeben, an Fachhochschulen unterrichtet und vieles mehr.
Wenn ich eines gelernt habe, dann das: Es gibt keinen fertigen Plan für meinen Weg. Denn diesen Weg ist vor mir noch niemand gegangen. Das ist das Schönste und das Beängstigendste daran als Kreative selbstständig zu sein: Du hast die Freiheit ALLES zu werden. Das Schönste daran ist: Du musst NIEMAND mehr sein. Du darfst alle Rollen von dir abschütteln, bis nur noch dein einzigartiges strahlendes Wesen überbleibt. Ist so ein Leben nicht phänomenal?
- Größe braucht Demut
Ich weiß nicht, wie oft ich in den vergangenen 17 Jahren an meinen eigenen hohen Erwartungen gescheitert bin. Tatsächlich bin ich viel öfter gescheitert, als ich Erfolge feiern durfte. Und doch habe ich aus meinen Misserfolgen meist mehr gelernt als aus meinen Erfolgen. In den vergangenen Jahren vor allem eines: Demut.
Demut davor, dass ich auf meine ganz eigene Weise mit Menschen arbeiten darf. Unabhängig davon, ob ich fotografiere, schreibe, filme oder coache. Es gibt nichts Schöneres für mich als Menschen zu einem mutigeren Leben zu inspirieren. Und nach sehr vielen wunderschönen Feedbacks meiner Kund:innen weiß ich heute: Das ist die Essenz meiner Kreativarbeit.